30. September - 1. Oktober 2011

Workshop 'Legitimationen der Ökonomie - Ökonomien der Legitimation'


Nicht erst seit der Finanzmarktkrise und ihren Folgekrisen in Island, Griechenland, Irland und anderenorts stellt sich die Frage danach, wie die Legitimität ökonomischer Ordnungen produziert und in Zweifel gezogen wird. Und doch haben die Krisen der vergangenen Jahre dazu geführt, dass sozial- und geisteswissenschaftliche Forschungen, die sich wieder dem Ökonomischen zuwenden, beträchtlich ausgeweitet und intensiviert wurden. In einer Vielfalt wie selten zuvor geraten die Gewordenheit von ökonomischen Ordnungen, die Machtwirkungen des ökonomischen Wissens und die normativen Begründungsfähigkeit bestimmter ökonomischer Konstellationen in den Fokus. Dass dies keineswegs nur für die wissenschaftliche Welt gilt, davon zeugen zahlreiche Debattenbeiträge in den Feuilletons der großen Zeitungen und Magazine. Die verschiedenen Debatten verknüpfen ein ökonomisch-sozialwissenschaftliches Erkenntnisinteresse mit epistemologischen, politisch-philosophischen und ethischen Fragestellungen.

In einem Workshop, der den Auftakt zu einem Forschungsprogramm zur Erforschung der empirischen Legitimität ökonomischer Ordnungen bildet, möchten wir die gegenwärtigen Diskussionen bündeln und vertiefen. Dabei geht es um zwei Ziele: Erstens erhoffen wir uns, besser zu verstehen, ob und wenn ja, auf welche Weise im Raum des Ökonomischen Recht-fertigungsprozesse stattfinden, welche Bereiche vielleicht gerade gegenüber solchen Prozessen immunisiert werden und anhand welcher Strategien dies geschieht, sowie schließlich, ob es Wechselwirkungen zwischen dem Erfolg von Rechtfertigung und ökonomischen Entscheidungen gibt. Zweitens wollen wir aber auch hinsichtlich des Legitimationsgeschehens selbst untersuchen, inwiefern hier einerseits ökonomische Semantik eine Rolle spielt, und inwiefern andererseits Prozesse der Legitimation selbst ökonomischem Handeln ähneln (Ist Legitimität etwa von Werthaftigkeit gekennzeichnet, also nur in Relation von verschiedenen mehr oder weniger legitimen Gegenständen zu denken? Kann man Legitimität als knappe Ressource begreifen, die in Legitimationsdiskursen „gemanagt“ wird?). Es sollen also einerseits die Legitimationen der Ökonomie analysiert werden, andererseits aber auch die Ökonomien der Legitimation

Veranstaltungsort: Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4/5, 28195 Bremen) >>
Download: Workshop-Programm
Registrierung & Kontakt: Kristin Bothur >>

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